Zeit für Hoffnung

Nach einer Trennung kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man mit dem Einigeln und dem Desozialisieren aufhören muss. Nach einer Zeit der Tränen, einer Zeit, in der man jeden Abend weinend auf der Bettkante den Menschen vermisst, mit dem man einst so viel erlebt hat und der einen an die „Liebe für immer“ glauben ließ, muss man den Mut fassen, einen Schritt voranzugehen. Man sollte – nein, man muss endlich (!) – aus der Höhle entfliehen, mal seine Wohnung zu verlassen, neue Leute kennenlernen und endlich wieder anfangen zu leben! Etwas Verrücktes ausprobieren könnte ein Anfang sein oder einfach mal wieder alte Freunde anrufen und wieder etwas unternehmen.

Ich muss zugeben, dass ich diese Zeit gebraucht habe. Ich musste verrückte Dinge tun, um mich abzulenken. Um zu merken, dass ich noch existiere, dass das Leben keinesfalls langweilig ist und dass es ohne „ihn“ weiter gehen muss. Seit meinem Break-up habe ich mir ein Tattoo stechen, ein Piercing machen lassen, habe meine Haare gefärbt und habe versucht, Kontaktlinsen dauerhaft zu tragen. Ich habe eine Rundumerneuerung probiert und konnte kein Wochenende allein daheim verbringen. Ich wollte kein „langweiliges Leben“ – es erschien mir alles so trostlos – und versuchte irgendwie, mich um alles in der Welt von meinen Gedanken abzulenken. Ich glaubt an keine Liebe der Welt, an keine Liebesgeschichten, ich empfand Pärchen als ätzend und es konnte mich nichts berühren.

Klar verarbeitet jede Frau eine Trennung anders, manche brauchen wieder Zuneigung von einem Mann, einen „Lückenbüßer“ oder brauchen ihre Zeit allein. Aber in meinem Fall brauchte ich schlicht und ergreifend Ablenkung vom Leben. Ablenkung von den Dingen, die mich an mein „altes“ Leben erinnerten und die Gewohnheiten vergessen ließ.

Mittlerweile hat es sich in dem Sinne geändert, dass ich nicht mehr mit aller Gewalt den Adrenalinstoß suche, sondern auch wieder allein daheim ein Wochenende vor dem Fernseher verbringen kann ohne in Tränen auszubrechen. Ich denke zwar immer noch beinahe täglich an ihn und an den romantischen Märchenprinz glaube ich nicht mehr. Aber ich beginne langsam wieder zu hoffen. Zu hoffen, dass es mehr als einen Mann für mich gibt und dass ich ihn vielleicht doch irgendwann finden werde. Langsam verschwinden meine Stresspickel und meine Augenringe. Ganz langsam.

Ein Zitat aus dem Film „Love and other drugs

“You meet thousands of people and none of them really touch you. And then you meet one person and your life is changed forever.“

möchte darauf beziehen, dass ich “nach einem Break-up” blind durch die Welt ging und mich nichts berühren konnte, bis mir irgendwann (hoffentlich) ein Mensch über den Weg läuft, der mein Leben wieder verändern wird – zum Guten.

Was man aber auf jeden Fall braucht, ist Zeit. Die Zeit heilt vielleicht nicht alle Wunden, aber lässt die Narben auf dem Herzen verblassen.

Ich denke, es wird Zeit, wieder zu glauben und zu hoffen. Zu versuchen, Männer an einen heranzulassen und nicht immer abzublocken und alles dafür zu tun, aus dem Käfig der Einsamkeit zu dringen und in der Welt da draußen das Leben einfach weiterzuleben!

3.2.14 17:57

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