Sehnsucht

Es gibt Momente, da sehnen sich Singles wie ich sehr nach einem Partner. Momente, wenn man in einem Café dem Pärchen am Nebentisch dabei zusieht, wie sie sich zärtliche Blicke austauschen, ihre Hände sich berühren und gemeinsam gelacht wird. Oder wenn man nachts einsam im Bett liegt und sich nichts sehnlicher wünscht, als den Kopf auf die warme Männerbrust zu schmiegen, sich an den Menschen, den man liebt, zu kuscheln und er dies erwidert, seinen Arm um einen legt und dir ins Ohr „Ich liebe dich“ flüstert. Ich vermisse aber auch dann einen Partner, wenn ich bei Freunden eingeladen bin und ich schon ahne, dass jeder hat seine bessere Hälfte dabei hat…

Ein Philosoph des 18. Jahrhunderts, Jean-Jacques Rousseau, definierte mit folgendem Zitat ein gesellschaftliches Elend:

„Das Elend besteht nicht im Mangel der Dinge, sondern im Verlangen danach.“

Und da ist in dem Bezug auf eine fehlende Beziehung wirklich was dran. Ich meine, es geht einem ja nicht rund um die Uhr als Single schlecht, nur weil ein Freund einfach nicht vorhanden ist. Sondern in den Momenten (wie z. B. die oben genannten), an denen man „das Verlangen“, die Sehnsucht nach einem männlichen Gegenstück hat.

Der größte Teil der Singles (ob erst einige Wochen oder schon mehrere Jahre) wünscht sich einen Partner. Ich persönlich (ich habe in meinem ersten Blog-Eintrag darüber berichtet) bin vor nicht allzu langer Zeit auf die Schnauze gefallen und musste erneut erfahren, dass es nicht immer ein Happy-End geben kann. Meine Angst vor der Liebe und dem damit verbunden Schmerz steigt leider stetig und meine Hoffnung, dass es da draußen einen passenden Mann für mich gibt ist gleich Null. Und doch ertappe auch ich mich schon ab zu, wie ich in dieses Meer der Sehnsucht nach Beziehung, Liebe und Zuneigung, gemeinschaftliche Planungen und einer dauerhaften glücklichen Partnerschaft zu versinken drohe…

Aber schlussendlich, um es mit Jean-Jacques Rousseaus Worten zu sagen ist es eben nicht der Mangel des Freundes an sich, der uns Singles so runterzieht, sondern das Verlangen nach ihm! Denn die Tatsache an sich, keinen Freund zu besitzen, ist gar nicht das Elend, sondern nur die Situationen und Momente, in denen man Sehnsucht und Verlangen nach einer Partnerschaft verspürt.

1 Kommentar 18.1.14 18:01, kommentieren

Werbung


Mut

"Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Erkenntnis, dass es etwas wichtigeres gibt als Angst."

Das Zitat stammt aus einem Disney-Film, welcher mich in meiner Kindheit geprägt hat. In "Plötzlich Prinzessin" geht es um ein Mädchen namens Mia, dass in ihrer Schule eher zu den Außenseitern gehört und sich regelrecht unsichtbar fühlt. Eines Tages erfährt sie von ihrer Oma, die aus einem kleinen Land in Europa kommt, dass sie königlichen Geblüts ist und somit Prinzessin von Genovien. Plötzlich ist sie nicht mehr das unsichtbare schusselige Mädchen, dessen größtes Problem war, die Highschool einigermaßen hinter sich zu bringen, sondern wird nun vor schwierige Aufgaben gestellt. Sie findet heraus, dass ihre wahren Freunde diejenigen sind, die sie gesehen haben, als sie noch unsichtbar war und überwindet ihre Angst, vor Menschen Reden zu halten.

Sie musste Mut beweisen, Mut, nicht einfach auf den Thron zu verzichten sondern die Verantwortung zu übernehmen, ein ganzes Land zu regieren, ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen und ihre alten Gewohnheiten aufzugeben.

Mias verstorbener Vater schenkte ihr zu ihrem 16. Geburtstag ein Tagebuch, in dem sie ab sofort all ihre Gedanken niederschrieb und einen Brief, in dem dieses Zitat über Mut stand. Diese Worte halfen Mia zu ihrer Entscheidung, sich zu stellen und Prinzessin zu werden. Denn kurz zuvor wollte sie eigentlich noch vor all dem weglaufen und aufzugeben. Letzten Endes hat sie ja dann doch noch den nötigen Mut bewiesen und ist Prinzessin geworden.

So oft im wahren Leben haben wir Angst. Wir schrecken vor etwas zurück, weil wir nicht den nötigen Mut aufbringen können. … Einem Menschen über Jahre hinweg nicht zu sagen, was man wirklich für ihn empfindet, bis es einfach zu spät ist und alle Chancen Vergangenheit sind. … Oder andersrum: Einem Menschen einfach nicht sagen zu können, dass die Liebe kleiner geworden ist, keine Leidenschaft mehr da ist und man sich still und leise die Befriedigung bei anderen sucht. …  Einem Menschen per SMS oder WhatsApp zu sagen, dass die Beziehung beendet ist, nur aus dem Grund, damit man nicht den weinenden Gegenüber sehen und seine Gefühle nicht aussprechen muss. (sry, eigene Erfahrung) … Sich einfach zu bewerben, wenn man im Job einfach keine Perspektive mehr sieht und man sich nur noch regelrecht auf die Arbeit quält … Oder aber einfach auf einem Aussichtsturm zu klettern, obwohl man Höhenangst hat …

Jeder hat irgendwann die Angst vor Veränderungen gespürt! Ok, ab und zu trauen wir uns auch aus Bequemlichkeit keine Veränderungen zu. Aber dann darf man später nicht denken „Was wäre wenn…?“. Man bereut doch oft die Dinge am meisten, die man eben nicht getan hat. Also denkt dran: Es gibt etwas Wichtigeres als Angst: nämlich Mut! Und man ist doch stolz und danach viel glücklicher, wenn man sich etwas getraut hat. Man fühlt sich frei und man bekommt regelrecht einen Adrenalinstoß. Und auch wenn es mal schief geht, nicht den Kopf hängen lassen und es das nächste Mal nochmals versuchen!

12.1.14 13:36, kommentieren