Einsamkeit

„Der Einsame ist nur der Schatten eines Menschen, und wer nicht geliebt wird, ist überall und mitten unter allen einsam.“

Manchmal kann man umzingelt von Menschen sein und fühlt sich trotzdem einsam.

Zunächst dachte ich, es wäre mal wieder schön, etwas mit all meinen Freunden zu unternehmen. Mal wieder alle zusammenbringen, es würde sicherlich viel zu erzählen geben. Tatsächlich befanden sich dann am Treffpunkt Frischverliebte, glücklich Verlobte und andere Traumpärchen… und ich. Plötzlich merkte ich, wie einsam ich bin. Gibt es denn keine Singles mehr auf dieser Welt, die wirklich von ganzem Herzen etwas mit mir unternehmen wollen? Es erscheint mir immer wieder wie ein Muss, etwas mit mir zu unternehmen. „Der Freund/die Freundin ist wichtiger und dadurch hat man sich ja einen neuen Freundeskreis aufgebaut“ heißt es.

Somit habe ich mich letztes Wochenende wieder in Feierei geflüchtet und versuchte, mich mal wieder hiermit abzulenken.

Klar trifft man den einen oder anderen Kerl (der natürlich etwas zu viel getrunken hat), man gibt seine Handynummer her, hofft einige Tage und am Ende muss man doch erneut zur Kenntnis nehmen, dass er sich nicht melden wird. Natürlich verspreche ich mir unter solchen Bekanntschaften nicht die große Liebe, aber es wäre schön, mal wieder das Gefühl haben zu dürfen, dass man interessant und attraktiv gewirkt hat.

In Gesellschaft meiner Freunde sehe ich ausschließlich glückliche, sich liebende Paare und ich sehe mich selbst als einsame Jungfer, die traurig aus irgendeinem Hochhausfenster schaut und sich zwingen muss, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Das oben genannte Zitat von der französischen Schriftstellerin George Sand, die bereits 1876 verstarb, zeigt mir aber, dass ich zumindest mit meinen Gedanken nicht alleine dastehe.

Kann man das Single-Sein nicht einfach genießen und seine Freiheit ausschöpfen? Nein, ich leider nicht. Ich wünsche mir sehnsüchtig einen Menschen, der mit mir meine noch viele zu langweilige Freizeit verbringt und mir ab und an meine Entscheidungsfreiheit nimmt und mir sagt, was ich tun soll! Ich weiß nicht, ob die Zeit schon reif für eine Beziehung wäre, doch ich möchte einfach endlich das Gefühl haben, gebraucht und geliebt zu werden.

Wer nicht geliebt wird, ist überall und mitten unter allen einsam.

21.2.14 17:34, kommentieren

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Zeit für Hoffnung

Nach einer Trennung kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man mit dem Einigeln und dem Desozialisieren aufhören muss. Nach einer Zeit der Tränen, einer Zeit, in der man jeden Abend weinend auf der Bettkante den Menschen vermisst, mit dem man einst so viel erlebt hat und der einen an die „Liebe für immer“ glauben ließ, muss man den Mut fassen, einen Schritt voranzugehen. Man sollte – nein, man muss endlich (!) – aus der Höhle entfliehen, mal seine Wohnung zu verlassen, neue Leute kennenlernen und endlich wieder anfangen zu leben! Etwas Verrücktes ausprobieren könnte ein Anfang sein oder einfach mal wieder alte Freunde anrufen und wieder etwas unternehmen.

Ich muss zugeben, dass ich diese Zeit gebraucht habe. Ich musste verrückte Dinge tun, um mich abzulenken. Um zu merken, dass ich noch existiere, dass das Leben keinesfalls langweilig ist und dass es ohne „ihn“ weiter gehen muss. Seit meinem Break-up habe ich mir ein Tattoo stechen, ein Piercing machen lassen, habe meine Haare gefärbt und habe versucht, Kontaktlinsen dauerhaft zu tragen. Ich habe eine Rundumerneuerung probiert und konnte kein Wochenende allein daheim verbringen. Ich wollte kein „langweiliges Leben“ – es erschien mir alles so trostlos – und versuchte irgendwie, mich um alles in der Welt von meinen Gedanken abzulenken. Ich glaubt an keine Liebe der Welt, an keine Liebesgeschichten, ich empfand Pärchen als ätzend und es konnte mich nichts berühren.

Klar verarbeitet jede Frau eine Trennung anders, manche brauchen wieder Zuneigung von einem Mann, einen „Lückenbüßer“ oder brauchen ihre Zeit allein. Aber in meinem Fall brauchte ich schlicht und ergreifend Ablenkung vom Leben. Ablenkung von den Dingen, die mich an mein „altes“ Leben erinnerten und die Gewohnheiten vergessen ließ.

Mittlerweile hat es sich in dem Sinne geändert, dass ich nicht mehr mit aller Gewalt den Adrenalinstoß suche, sondern auch wieder allein daheim ein Wochenende vor dem Fernseher verbringen kann ohne in Tränen auszubrechen. Ich denke zwar immer noch beinahe täglich an ihn und an den romantischen Märchenprinz glaube ich nicht mehr. Aber ich beginne langsam wieder zu hoffen. Zu hoffen, dass es mehr als einen Mann für mich gibt und dass ich ihn vielleicht doch irgendwann finden werde. Langsam verschwinden meine Stresspickel und meine Augenringe. Ganz langsam.

Ein Zitat aus dem Film „Love and other drugs

“You meet thousands of people and none of them really touch you. And then you meet one person and your life is changed forever.“

möchte darauf beziehen, dass ich “nach einem Break-up” blind durch die Welt ging und mich nichts berühren konnte, bis mir irgendwann (hoffentlich) ein Mensch über den Weg läuft, der mein Leben wieder verändern wird – zum Guten.

Was man aber auf jeden Fall braucht, ist Zeit. Die Zeit heilt vielleicht nicht alle Wunden, aber lässt die Narben auf dem Herzen verblassen.

Ich denke, es wird Zeit, wieder zu glauben und zu hoffen. Zu versuchen, Männer an einen heranzulassen und nicht immer abzublocken und alles dafür zu tun, aus dem Käfig der Einsamkeit zu dringen und in der Welt da draußen das Leben einfach weiterzuleben!

3.2.14 17:57, kommentieren