Schicksal

Viele sind der Überzeugung, dass nichts ohne Grund geschieht. Für alles, was einem wiederfährt, gibt es einen Sinn, eine Bedeutung für die Zukunft oder eine Erinnerung an die Vergangenheit. Aber ist nicht ein jeder selbst für das, was passiert, verantwortlich? Haben wir nicht selbst unsere Gegenwart und Zukunft in der Hand?

Es geschehen nicht immer Dinge, die ein Streicheln für die Seele sind. Manches schmerzt zutiefst, hinterlässt Spuren auf dem Gemüt des Menschen und oftmals ohne erkennbaren Sinn. Das Leben hält einige Überraschungen für jeden von uns bereit und oftmals verstehen wir diese nicht sofort. Wir fragen uns immer wieder: „Warum ich?“

Ich möchte an diesem Punkt gar nicht von großen Schicksalsschlägen reden, die es wahrlich genug auf dieser Welt gibt. Schicksale, die ein Leben für immer verändern. Der Tod eines geliebten Menschen, eine unheilbare Krankheit oder sonst furchtbare Dinge, die nur zur Genüge täglich das Leben vieler Menschen auf den Kopf stellen.

Aber auch vieles in unserem alltäglichen Leben und auch jeder Mensch der uns begegnet trägt zu unserem Schicksal bei. So haben doch alle Entscheidungen der Vergangenheit Einfluss auf unsere Gegenwart und Zukunft.

Es beginnt schon im Kindesalter, in dem wir uns unterbewusst oder bewusst auf Freundschaften eingelassen haben, die unsere Kindheit und unsere Zeit des Heranwachsens prägten. Der damalige Umgang hat dazu beigetragen, wer wir heute sind und vielleicht auch, mit welchen Menschen wir uns heute noch befassen und befreundet sind. Diese Menschen haben Einfluss auf unser Leben genommen, auf unsere Träume und Sehnsüchte und machten uns zu der Person, die wir jetzt sind.

„Es gibt kein zufälliges Treffen. Jeder Mensch in unserem Leben ist entweder ein Test, eine Strafe oder ein Geschenk.“

Ich würde mir wünschen, dass man erkennt, ob es sich lohnt, für etwas zu kämpfen oder nicht. Dass das Schicksal, der liebe Gott oder höhere Mächte einem die Kraft geben, für das zu kämpfen, wofür es sich lohnt und zu erkennen, für was es sinnlos ist, seine Liebe und Kraft zu opfern und dies zu akzeptieren. Zu erkennen, wer in unserem Leben ein Geschenk ist oder wer uns am Ende doch nur Leid zufügt.

Ich bin es leid, immer wieder den falschen Menschen zu begegnen, die mir weh tun und mein Herz immer weiter ein Stück verschließen, bis es irgendwann womöglich vollständig verschlossen ist, sodass ich nicht richtig von falsch unterscheiden kann.

Es existiert ein Gebet, welches immer wieder in Filmen und Serien zitiert wird:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Man könnte leichter die Vergangenheit verstehen, der Zukunft mehr Hoffnung schenken und die Gegenwart besser akzeptieren, wenn man den Unterschied zwischen Geschenken und Strafen des Lebens begreift.

4.6.14 19:37, kommentieren

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Aufstehen

I believe in being strong when everything seems to be going wrong. I believe that happy girls are the prettiest girls. I believe that tomorrow is another day and I believe in miracles.

Dieses Zitat stammt von einer sehr starken Frau, die ich sehr bewundere. Audrey Hepburn war die Schauspielerin den 50er und 60er Jahren schlechthin für mich. „Frühstück bei Tiffany“ beispielsweise ist ein Kultfilm und Audrey Hepburn verkörpert darin nicht die typische Frau dieser Zeit, sondern eine unabhängige Frau, die ihr Leben so lebt, wie sie es für richtig hält und ihre Ziele verfolgt.

Manchmal ist es so, dass genau in einem Moment der Schwäche, der Hilflosigkeit und der Verzweiflung Menschen in unser Leben treten, die es von einem Moment auf den anderen plötzlich verändern. In den letzten Monaten habe ich viele neue Leute kennen lernen dürfen. Zum Einen rede ich von neu gewonnen Freunden, die unser Leben bereichern, mit denen man über alles reden kann, Unternehmungen starten kann, verrückte Dinge erleben kann und die einem Trost spenden, wenn mal nicht alles nach Plan läuft.

Ich möchte aber auch von einer weiteren neuen Bekanntschaft erzählen. Er hat mir gezeigt, dass ich es nicht verlernt habe, mich zu verlieben. Es war zwar kein bedingungsloses Verliebtsein ohne Angst und Furcht - ich musste oft an meinen bereits von vorherigen „Beziehungen“ gespürten Schmerz denken - jedoch ließ er mir das für kurze Zeit ausblenden und ich war bereit, mein Herz an ihn zu verschenken. Er hat mir gezeigt, dass ich noch weiß, wie man glücklich sein kann.

Er hat mich aber auch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, dass eine gegenseitige innige Liebe nur ein Abbild einer Wunschvorstellung meiner selbst war und dass er eben nicht der eine unter 7 Milliarden Menschen für mich ist. Ich hatte mich so in den Gedanken des Verliebtseins „verliebt“ und hätte nach vier Wochen Beziehungsversuch schon beinahe alles für ihn getan. Ich wollte ihn weiter kennenlernen, wollte sämtliche Erste Male mit ihm erleben und wollte, dass auch er sich die Mühe macht, MICH kennen zu lernen.

Leider musste ich erneut schmerzlich erfahren, dass diese Gefühle nur einseitig waren. Und wie das Leben so spielt, hat er dies wie in einer schlechten Teenie-Komödie nicht gerade einfühlsam rübergebracht. Für ihn waren unsere Verabredungen (sechs) nichts wert und er meinte, er würde nach so kurzer Zeit keine Verpflichtung spüren, mir irgendetwas erklären zu müssen. Vielleicht hatte ich mir seine mir gegenüber gezeigte Zuneigung eingebildet, vielleicht wollte er es einfach mit mir versuchen und es hat nicht geklappt. Mann aber will das natürlich nicht zugeben und macht einen auf Arschloch und sticht eine weitere Wunde in mein vor unerwiderter Liebe gebeuteltes Herz. Ich hätte mir gewünscht, dass er es mir sanfter beigebracht und mir ehrlich seine (nicht vorhandenen) Gefühle offenbart hätte. Ich hätte es dann vielleicht auch nicht verstanden, aber eher akzeptieren können. So blieb mir als letztes Wort an ihn nur eins zu sagen: „Arschloch!“ und ein tiefes inneres „Autsch“ in meiner Brust blieb zurück.

Ich muss zugeben, dass sich bereits einige Tage vor dem „Ende“ ein sehr schlechtes Gefühl in meiner Magengegend breit gemacht hatte. Der Wunsch nach ihm oder überhaupt der Liebe war aber leider so groß, dass ich es nicht wahrhaben wollte. Allerdings ließ mich meine weibliche Intuition mal wieder nicht im Stich. Trotzdem fühlten sich sein Worte, er hätte nie etwas für mich empfunden und ich hätte ihm nichts bedeutet, wie ein Schlag ins Gesicht an.

Meine Angst, mich wieder in den Falschen zu verlieben, war mehr als berechtigt.

Ich weiß nicht, wie viel mein kleines Herz noch aushält, wie viele Tränen ich noch vergießen muss und wie viele Frösche mir noch über den Weg laufen. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben diese gegenseitige Liebe spüren werde, die alles verändert, die beide glücklich macht und die einem das Gefühl gibt, dass das Leben schöner nicht sein kann. Ich weiß nicht, ob es Männer für mich gibt, ob mich überhaupt jemand lieben kann, so wie ich bin. Ich weiß nicht, ob ich Schuld an den gescheiterten Beziehungsversuchen bin, was für Fehler ICH mache.

Ich weiß nicht, ob es „dich“ gibt.

Trotzdem werde ich diesmal nicht aufgeben. Ich werde mich nicht erneut in ein Loch verkriechen und ich werde, wie Audrey Hepburn einst zu sagen pflegte, daran glauben, stark zu bleiben, wenn es schief geht und mit einem Lächeln durch die Welt gehen. Und auch wenn es schwer fällt, ich glaube daran, dass morgen ein neuer Tag ist, dass sich alles irgendwann für immer zum Guten wendet und ein Wunder geschieht. Ich werde aufstehen und weitergehen!

Und auch wenn es das nächste Mal mit der Liebe wieder den Bach runter geht, ich werde versuchen, auch dann nicht aufzugeben. Narben verblassen mit der Zeit und irgendwann wird jemand in mein Leben treten, der mich alle anderen vergessen lässt, die mir jemals weh getan haben…

18.5.14 13:04, kommentieren